Über den Weg des Buddhismus......

 

Buddhismus ist eine praktische Lehre, mit deren Hilfe Menschen sich geistig entwickeln können. Dem Buddhismus nach kann der Mensch seinen Geist soweit sammeln, entwickeln und bereichern, daß seine psychische Energie frei fließt und er dauerhaft glücklich ist. Damit wächst er aus Zuständen von Leiden und Langeweile, Unzufriedenheit und Unbehagen, Ruhelosigkeit und Besorgtheit heraus. Seit 2500 Jahren hat die buddhistische Tradition eine Vielzahl von Praktiken und Lehren entwickelt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Menschen, Zeiten, Kulturen und Temperamente angepaßt sind. Buddhismus bietet eine weitreichende Vision, ein transzendentes Ziel an, das dem geistigen Wachstum von Menschen keine Grenzen auferlegt. Es wird als "Erleuchtung" bezeichnet. Durch buddhistische Praktiken versucht man, sich mehr und mehr für positive Geisteszustände zu öffnen: für Freude und Freundlichkeit, Glück und Geistesruhe, Selbstvertrauen und innere Zufriedenheit, geistige Klarheit und Energie, Gleichmut und heitere Gelassenheit. Zugleich arbeitet man daran, alle negativen Emotionen und jegliche geistige Verblendung zu überwinden. Der Buddha hat es so formuliert: "So wie der große Ozean nur einen Geschmack hat, den Geschmack von Salz, so hat meine Lehre nur einen Geschmack, den Geschmack von Freiheit".

 

Gipfelpunkt dieses geistigen Wachstumsprozesses ist die Erfahrung von "Erleuchtung", die manchmal auch als "Nirvana" bezeichnet wird. Erleuchtung, das Ziel aller Buddhisten, läßt sich allerdings nur unvollkommen mit Worten beschreiben. Es ist ein "Seins-Zustand", eine transzendente Erfahrung, die jenseits von Worten und Begriffen liegt; sie kann genauso wenig mit Worten erklärt werden wie man einem Blinden eine Farbe beschreiben kann. Doch zumindest kann man sagen, daß Erleuchtung durch drei Qualitäten gekennzeichnet ist: tiefgründige Weisheit, grenzenloses Mitgefühl mit allen Wesen und unerschöpfliche Energie. Ein Erleuchteter, ein vollkommener Mensch, "sieht die Dinge, wie sie wirklich sind"; er sieht das Leben, die Welt, die gesamte Existenz, aus der weitest möglichen oder tiefgründigsten Perspektive. Er blickt hinter den Schleier äußerer Erscheinungen. Zugleich erlebt er eine völlige Befreiung des Herzens. Er erfährt sich nicht mehr als getrennt von anderen Lebewesen, hat die einengende Vorstellung von Subjekt und Objekt, von "Ich" und dem "Rest der Welt" überwunden. Und er erlebt eine vollständige Befreiung von allen psychischen Blockaden und verfügt damit über unerschöpfliche Energien. Der Weg zur Erleuchtung wird im Buddhismus traditionell als "Pfad" beschrieben; als eine Folge spiritueller Schritte, die ein Individuum macht, um sich in Richtung Erleuchtung zu bewegen. Statt als Pfad oder Weg kann man die spirituelle Entwicklung auch als Aufblühen oder Entfaltung beschreiben: als einen Prozeß, in dem sich alle menschlichen Qualitäten voll entfalten und zur Blüte kommen.