Okugake mit dem Sakuramotobou Tempel...

Fotos von Banri Tanaka

Im Juli fand der diesjährige Okugake Bergeinstieg des Sakuramotobou Tempels in Yoshino ( Provinz Nara ) statt. Unter der Leitung von Ryonin Tatsumi Sensei wanderten wir die 75 Nabiki Punkte nach alter Tradition ab. Start war in der alten Fährstation Namba am Yoshino River. Wer denkt das diese Route mit ihren  teils vielen gefährlichen Passagen ein Spaziergang ist, der irrt. Die Okugake zählt zu den härtesten Pilgerrouten der Welt.

Zusammengefasst war mir zu Beginn nicht ganz klar auf was ich mich da wirklich einlasse. Viel Schmerz und der innere Monitor der aufkeimenden Gedanken begleiten einen ständig. Die Kleidung zu wechseln macht keinen Sinn, da man nach ein paar Minuten sowieso wieder völlig durchgeschwitzt und nass vom Regen ist. Oben auf zweitausend Meter ist es natürlich kühl und die nasse Kleidung ist ein ständiger Pein. Man muss also schon ein bisschen verrückt auch sein um die Okugake Pilgrimage zu machen. Voriges Jahr gab es einen Toten mit Schädelbasisbruch und Herzinfarkt. Der 76 jährige Hase San erzählt mir, das es sein Wunsch ist einmal hier zu sterben......

Starker Regen begleitete uns die ersten Tage. Von Namba bis zum Kimpusenji Tempel hinauf zum Mount Omine weiter über die Berge nach Zenki, Richtung Kumano.

Täglich zwölf Stunden unter Strapazen Wandern, umgeben von Veitchs Tannen, Magnolien und uralten Zedern.

Ein kurzer Schluck aus der Trinkflasche, weiter geht's, bloss keine anhaftenden Gedanken aufkommen lassen. Pausen höchstens maximal fünf Minuten. Der Schweiß vermischt sich unaufhaltsam mit dem Regen. Ein Gebet an der nächsten Nabiki Station, das Horagai tönt, weiter geht's...

Am Sanjogatake - Mount Omine Tempel - © Christian Grübl
Am Sanjogatake - Mount Omine Tempel - © Christian Grübl
Kimpusenji Tempel - Yoshino Mountain - © Christian Grübl
Kimpusenji Tempel - Yoshino Mountain - © Christian Grübl

Nahrungs, Fernseh - oder Handykonsum, oft sind wir mit äußerlichen Tätigkeiten in Beruf, Familie und Freizeit so vollgefüllt, dass der inneren Lebensfreude die Luft ausgeht.   

 

Auch erlittene Verletzungen und Schuld lassen uns abstumpfen und nehmen uns den Lebensatem.  

 

Natürlich ist das auch in Japan so und harte lange Pilgerreisen sind in Japan ein Weg den Alltag zu unterbrechen und wieder nach den Quellen des Lebens zu suchen. 

 

Die Okugake Pilgrimage gilt als die härteste Pilgerreise der Welt da zum Unterschied dem Jakobsweg eine Zeitvorgabe und eine feste Gruppendynamik herrscht. Zudem ist das Gelände extrem schwierig und ein Fehltritt in den Bergen kann den Tod bedeuten